Ein Ereignis der besonderen
Art gab es beim Herbstturnier des Reit- und Fahrvereins Günzburg am 21.
September 2008. Viel bestaunt von zahlreichen Zuschauern trat das
„Trompeterkorps der Bayerischen Kavallerie“ am Sonntag auf dem Turnierplatz
auf und spielte zwischen den Springprüfungen eine Reihe von Reitermärschen.
Das „Trompeterkorps der Bayerischen Kavallerie“ ist eine Musikerformation,
welche – einmalig in Deutschland – in traditioneller Blechblasbesetzung mit
Kesselpauken, Trompeten, Flügelhörnern, Posaunen, Basstrompete, Tenorhorn
und Tuba zu Pferde spielt. Zu seinem Repertoire gehört eine Reihe von
bayerischen Kavalleriemärschen mit hohem musikalischem Schwierigkeitsgrad.
In den Uniformen des 1. Schweren Reiter-Regiments „Prinz Karl von Bayern“,
des 1. Ulanen-Regiments „Kaiser Wilhelm II. König von Preußen“ und des 4.
Chevauleger-Regiments „König“ vertritt es die gesamte Farbenpracht der
Königlich-Bayerischen Kavallerie um 1900.
Das Trompeterkorps wurde dieses Jahr als gemeinsames Projekt des Münchner
Traditionsvereins des ehemaligen Königlich-Bayerischen 4.
Chevauleger-Regiments „König“ von 1892 und des Reit- und Fahrvereins
Günzburg mit seiner Abteilung Ulanen gegründet mit dem Ziel, das
beeindruckende Schauspiel einer Kavalleriemusik zu Pferde wieder aus der
Vergessenheit zu holen und etwas auf die Beine zu stellen, was nicht
alltäglich ist.
Die Pferde der Musiker sind Schul- und Privatpferde des Reitvereins. Der
Kesselpauker in der Uniform der 1er Ulanen wird ebenfalls von den
Günzburgern gestellt. Den Wallach Sianek, ein Schecke, wie er früher häufig
als Paukenpferd verwendet wurde, holte der Verein Anfang des Jahres als
Schulpferd aus Polen und trainierte ihn während des Sommers auf die
Verwendung der Kesselpauken. Der Pauker lenkt sein Pferd allein durch
Schenkel, Gewichtshilfen und den Trensenzügeln, welche an die Steigbügel
geschnallt sind. Ein besonderer visueller Leckerbissen sind die
Paukenbehänge des Trompeterkorps, welche unter Mithilfe des Bayerischen
Armeemuseums in Ingolstadt nach den Originalbehängen des 1. Ulanen-Regiments
nachgebildet wurden. Die Kesselpauken mit Behängen waren dem Regiment von
Kaiser Wilhelms II. 1909 gestiftet worden.
Vor dem Ersten Weltkrieg hatte jedes Kavallerie-Regiment in Deutschland ein
eigenes Trompeterkorps mit bis zu 23 Musikern. Es erfreute sich bei seinen
häufigen Auftritten höchster Beliebtheit bei der Bevölkerung und war der
besondere Stolz eines jeden Regiments.
Das „Trompeterkorps der Bayerischen Kavallerie“ kommt aus ganz Bayern und
ist 10 Mann stark. Der Leiter der Formation, Musikmeister Walter Werner aus
Altötting, hat alle Musikstücke selbst für die kleine Blechblasbesetzung
arrangiert. Der Auftritt in Günzburg war der erste öffentliche Auftritt der
Musiker. An nur zwei Wochenenden wurde in Günzburg das Formationsreiten und
das Spielen auf dem Pferd eingeübt, welches an die Trompeter – so hießen die
Musiker in der Kavallerie – besondere Anforderungen stellt, da die
Blechbläser beide Hände zum Spielen der Instrumente benötigen und die Pferde
ohne Zügelhilfen in der Formation halten müssen.
Weitere Informationen unter
www.reitverein-guenzburg.de.
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Das Trompeterkorps der Bayerischen Kavallerie spielte beim Herbstturnier in Günzburg
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