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Königlich Bayerisches 2. Schweres Reiter-Regiment
"Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este"
Die
bayerischen Schweren Reiter waren die Nachfolger der bayerischen
Kürassier-Regimenter, welche nach dem 70/71er Krieg den Kürass ablegten und mit
Einführung der Pickelhaube 1879 auch den Namen "Kürassiere" verloren. Obwohl
dies ein Schritt in Richtung Einheitskavallerie war, bekamen die Schweren Reiter
weiterhin die größten Mannschaften und Pferde zugewiesen. Das 2.
Kürassier-Regiment und spätere 2. Schwere Reiter-Regiment war immer in Landshut
stationiert und verband ein besonderes Verhältnis mit dieser Stadt.
Geschichte
Stammtruppe des Regiments ist wie beim 1. Schweren Reiter-Regiment das am 23.
März aus dem 7. Chevauleger-Regiment "Prinz Karl" gebildete 1.
Kürassier-Regiment. Am 10. September 1815 wurde aus der 4., 5. und 6. Eskadron
des 1. Kürassier-Regiments der Stamm des neuen 2. Kürassier-Regiments gebildet
und nach Landshut und Freising verlegt. Im November 1825 wurden dem Regiment
noch zwei Eskadrons des aufgelösten 1. Kürassier-Regiments einverleibt.
Regimentsinhaber wurde 1846 bis zu seinem Tode im Jahr 1877 Prinz Adalbert von
Bayern.
Nach 50 Jahren Frieden erlebte das Regiment
seinen ersten Kriegsbeinsatz im Mainfeldzug des Krieges von 1866 gegen Preußen.
Am 4. Juli hatte das Regiment bei Hünfeld seine erste Feindberührung. Bei den
Hettstädter Höfen attackierte das 2. Kürassier-Regiment am 26. Juli zusammen mit
dem 1. Kürassier-Regiment im ersten Treffen der Schweren Brigade die preußische
Kavallerie-Brigade des Obersten Krug von Nidda und warfen sie gegen den
Tänningwald zurück. Dank der Kürassierausrüstung waren die Verluste bei der
Attacke gegen die preußischen Husaren gering. Diese Attacke war die letzte
kriegerische Handlung zwischen Preußen und Bayern. Der Waffenstillstand zwischen
den Kriegsparteien wurde am 2. August abgeschlossen. Das Regiment rückte Anfang
September wieder in Landshut ein.
Im
70/71er Krieg gegen Frankreich stand das Regiment im Verband des I. bayerischen
Armeekorps. Es nahm bei Wörth an der Schlacht teil und stand bei Sedan in
Reserve. In der Folge nahm es am Vormarsch und den Kämpfen im Raum Orleans teil,
wo es bis Kriegsende verblieb. Am 19. Juli 1871 kehrte das Regiment nach
Landshut zurück.
Nach längeren kontroversen Diskussionen wurde
nach dem Krieg der Kürass abgelegt und der Karabiner als Waffe im Regiment
eingeführt. Zu gering war die Schutzwirkung gegen die modernen Hinterlader,
zumal der schwere Kürass permanent Pferd und Reiter bei allen Märschen stark
belasteten. Im April 1879 wurden dann auch der stählerne Kürassierhelm und die
Stulpenhandschuhe abgeschafft und durch eine Pickelhaube ersetzt. Es war ein
Schritt in Richtung Einheitskavallerie, der sich dann auch in dem neuen Namen 2.
Schweres Reiter-Regiment "Kronprinz Erzherzog Rudolf von Österreich"
manifestierte. Seit 1877 war der österreichische Kronprinz Regimentsinhaber. 10
Jahre nach dem Selbstmord des Kronprinzen wurde am 23. Mai 1899 der neue
Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este Regimentsinhaber. 1890
wurde dann auch die Stahlrohrlanze wie bei allen anderen deutschen
Kavallerie-Regimentern eingeführt.
Die
Ermordung der Regimentsinhabers Erzherzog Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in
Sarajewo führte zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. In diesem Krieg war das
Regiment von Beginn bis zum November 1918 und beim Rückmarsch aus der Ukraine
zusammen mit seinem Schwesterregiment, dem 1. Schweren Reiterregiment, in der 1.
K.B. Kavallerie Brigade eingesetzt und bestritt dieselben Kämpfe.
Am 2. Februar 1919 kehrte das Regiment wieder
nach Landshut zurück und wurde nach der anschließenden Demobilisierung
aufgelöst. Die Tradition des Regiments wurde später von der 4. Eskadron des
(bayerischen) Reiter-Regiment Nr. 17 in Straubing weitergeführt.

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